Balkan Express Touren 2022


Hallo liebe Travellertrio Abenteurer,
Unsere diesjährige Balkan Express Tour ist heute gestartet.

Diese Tour bieten wir mit unserem Kooperationspartner Offroad Akademie an.

Durch die sehr große Nachfrage haben wir uns dazu entschieden eine weitere Expedition aus der Taufe zu heben.
Die nächste Balkan Express 4x4 Tour startet am 28.08.2022 und geht bis zum 09.09.2022.
Wie immer sind wir mit maximal 5 Fahrzeugen unterwegs.

Damit alle Teilnehmer die Tour mit allen Sinnen genießen können und weil der Spaß bei uns im Vordergrund steht sind wir mit kleinen Reisegruppen unterwegs.

Von den Eindrücken der aktuellen Tour werden wir Euch hier berichten...


Bis zum nächsten Abenteuer,
Euer Travellertrio-Team


Unser Reisetagebuch

Tag 1: Es geht los, Balkan wir kommen!

Moin! Ich bin´s wieder: Clumsy, Euer Masterblogger. Ich werde Euch von unserer abenteuerlichen Fahrt durch den Balkan berichten. Aber der Reihe nach. Wie immer ist unsere Karre erst auf den letzten Drücker fertig geworden. Aber klar, man muss ja auch unbedingt drei Tage vor Abfahrt noch den kompletten Motor auseinander nehmen und die Zylinderkopfdichtung tauschen…Aber kein Problem, die Boxencrew vom Icewire-Offroadracingteam hat wie immer übermenschliches geleistet geleistet: 7mm Ventilschaftdichtungen auf 8mm Ventile gepresst, Wasserpumpe ausbauen ohne ausbauen, Schwellerschutzprofile drangepappt und den Auspuff festgespaxt…Super Arbeit Jungs, die Karre läuft jedenfalls auf den ersten Kilometern wie ein Uhrwerk!

Nachdem wir unser Spaßmobil bis unters Dach mit Kisten vollgepackt hatten gings dann endlich los: Mit Vollgas in den ersten Stau, dann in den zweiten, dann in den Dritten. Ich dachte schon, wir kommen nie an…Als es dann endlich lief, ist uns doch tatsächlich so ein Wohnmobil mit seiner Waschmaschine in die Quere gefahren. Da musste der Müller voll in die Eisen um die gefühlten 3 Tonnen Offroad-Panzer von 180 km/h wieder auf 0 zu bremsen. Die 500 Gramm Gummi auf der A8 sind übrigens von BF Goodrich und fehlen jetzt an unseren Reifen. Vielleicht sollte ich doch mal das ABS reparieren.

Ich war jedenfalls etwas aufgebracht.
Der Rest der Reise lief dann ereignisarm. Leider sind wir erst mitten in der Nacht angekommen und mussten im Dunklen aufbauen und das Vorzelt weglassen. Daher haben wir ausnahmsweise Alle oben gepennt. Das war aber eine absolute Ausnahme.
So long, morgen gehts weiter…

 

Tag 2: Touch down in Bosnien


So, der zweite Teil unserer Anreise lief schon beinahe routinemässig ab: Frühstück am Campingplatz bei den Österreichern, Dachzelt einklappen und los.
Von Slowenien haben wir dann nicht viel gesehen außer die Tankstelle, das war wenigstens schon mal günstiger als in Österreich. Danach im Tiefflug durch Kroatien und schließlich nach Bosnien. Übrigens jedes mal mit nem äußerst zähen Aufenthalt an den Grenzübergängen.

In Jadpodski Otoci angekommen haben wir erstmal unsere illustre Reisegruppe komplettiert, die mittlerweile nur noch ein Trio ist. Die Schweizer hängen noch mit Corona zu Hause in den Seilen und die andern haben ihre Karre schon vor Urlaubsantritt zerschrottet. Das nenn ich timing. Die Schweizer kommen vielleicht noch später dazu wenn sie wieder fit sind. Da wünsch ich auf jeden Fall mal gute Besserung.

Der zweite Teilnehmer im Bunde ist Levin, unser youngster. Sein Porsche Cayenne sieht aus wie aus Mad Max II und er ist natürlich bis in die Haarspitzen motiviert, hier die Gegend zu zerwühlen.

Unser Tourguide Asmir fährt einen altehrwürdigen Toyota Landcruiser und hat einen Beifahrer namens Pancho, Kampfname Bobbel!  

So wir müssen jetzt aber los zum Abendessen. Den Rest erzähl ich euch morgen. Eurer Clumsy.

 

Tag 3: Warm up und Camping am See in Satorsko

Hallo Freunde der Nacht. Gestern Abend waren wir am Treffpunkt noch lecker essen. Also Grillplatte können die Bosnier, soviel ist schon mal klar.

Unser Guide Asmir ist übrigens ne coole Socke. In seinem früheren Leben hat er sich als Kirmesboxer und Türsteher in der Kölner Ecke verdingt. Der kann also ordentlich hinlangen wenn es doch mal brenzlig wird. Da bin ich erstmal beruhigt.

Ach so, das wollt ich euch noch erzählen: Auf dem Campingplatz hängen überall Warnschilder, dass man hier nicht am Baum pinkeln darf. Sonst sind drakonische Strafmaßnahmen fällig.

Dann war die erste Tour fällig: Zum Warmmachen erstmal quer durch den Nationalpark…eher leichtes Geläuf für so nen Offroadprofi wie mich aber das war ja auch unser erster Tourtag. Am ersten Stopp haben wir ein paar lebensmüden Raftern zugeguckt, wie sie sich todesmutig die Klippen runtergestürzt haben.

Abends hatten wir unseren ersten richtigen Stopp in der freien Natur am See in Satorsko. Auf 1400 m ist es allerdings ganz schön kalt aber ich hab uns ein standesgemäßes Lagerfeuer gezaubert und die Mütze über die Ohren gezogen.
Weil wir nur anständige Offroad-Mobile pilotieren, die nicht ständig kaputt sind können wir uns also über wirklich wichtige Dinge des Lebens unterhalten.
Gute Nacht.

 

Tag 4: Schotterparty und Camp am nächsten See

Mahlzeit! Heute sind wir den ganzen Tag über üble Schotterpisten geheizt. Das war zwar lustig aber halt auch ganz schön staubig. Für mich natürlich kein Problem aber dem Pech und dem Müller hats wahrscheinlich alle Plomben rausgerüttelt.
Ich geh jedenfalls noch auf Tour. Deswegen kann ich heut auch keine Romane schreiben, ich muss mich noch ein bisschen stylen.

Bis Morgen, eurer Schotterpistenclumsy

 
Tag 5: Körperpflege, Styling und Schotterrallye

Heute hatte uns Asmir heute morgen ein oberamtliches Frühstück mit einheimischen Spezialitäten organisiert. Auch opulente sanitäre Einrichtungen waren verfügbar…nach fünf Tagen kein überflüssiger Luxus. Nach dem Frühstück stand die ganze Truppe frisch geschniegelt da.

Unser nächster Zwischenstopp war quasi sowas wie der Mummelsee von Bosnien, alles voller Touris. Der Mittagssnack war jedenfalls wie immer extra lecker.

Am Nachmittag war dann Rallye pur angesagt. Schotterpistenheizen a la Walther Röhrl. Weil der Pech immer so „materialschonend“ gefahren ist, hab ich kurzerhand Fahrerwechsel angeordnet, den Rallyemüller hinters Lenkrad gesetzt und den Fahrersitz ganz nach vorne verstellt. So langsam fängt die Sache an Spaß zu machen. Bis Morgen, Euer Rallyeclumsy

 

Tag 6: Arschbomben und Wassermelonen

Schönen guten Abend! Heute bin ich mal früh dran mit bloggen und sitze hier auf 1500m mitten auf der Wiese deep in the middle of nowhere in unserem Nachtlager. Obwohl, Internetempfang gibts schon mal, allerdings ziemlich schwächlich.

Heute Vormittag war mal zur Abwechslung Touriprogramm angesagt, wir können ja nicht immer nur durch die Botanik holzen. Also ab nach Mostar. Das ist eine größere Stadt hier mit so ner berühmten Brücke, wo die Einheimischen ins eiskalte Flusswasser springen um den Mädels zu imponieren. Die Altstadt ist voller Ramschläden und Menschen. Abseits der Gassen siehts aber noch ziemlich abenteuerlich aus. Na ja, da war halt auch vor ein paar Jahren auch noch richtig Krieg. Weil ich aber noch ein Haufen von dem bosnischen Geld übrig hatte, hab ich bei so ner netten Ramschladen-Frau noch ein paar tolle Accessoires für zu Hause gekauft.

Dann weiter zu dieser Steinbrücke, wo die spärlich bekleideten Einheimischen rumstanden um endlich doch mal runter zu springen. Aber die hatten anscheinend alle die Hosen voll. Ich hab dann die Initiative ergriffen und bin kurzerhand selber gesprungen. Nur damit die mal sehen wie eine richtige Arschbombe aus 50m Höhe geht, hab ich‘s mal richtig krachen lassen, daß es bis nach Sarajevo gespritzt hat. Unter dem frenetischen Applaus des Publikums bin ich dann wieder ans Ufer geschwommen und hab erstmal meine Mütze ausgewrungen. War doch ein bisschen kalt.

Dann hat der Levin noch mit dem Geldautomat geübt. Für 25 € bosnisches Geld gezogen und 5€ Gebühren bezahlt, da freut sich die Bank. Da muss ich ihn bei Gelegenheit nochmal finanztechnisch beraten.

Anschließend war langsam Mittagessen angesagt. Wir sind daher zum besten Lamm-am-Spieß-Griller weit und breit gefahren. Das war lecker obwohl die „Lämmer“ schon verdächtig groß waren.

Da wir nach der ganzen Fleischesserei auch mal ein paar Vitamine nötig hatten, haben wir unterwegs mal bei so einem der unzähligen Obst- und Gemüsestände am Straßenrand angehalten. Natürlich nicht beim erstbesten sondern bei einer attraktiven Jungunternehmerin, die mit Abstand die prallsten Melonen von allen hatte. Da hab ich dann eine gekauft.

Dann weiter zu unserem Camp, diesmal wieder mitten in den Bergen. Das Wetter ist traumhaft und ich lass mir noch kurz die Sonne auf den Schlumpf scheinen. So, jetzt muss ich aber Feuer anmachen, langsam wird es saukalt.

Bis Morgen Eurer Cliffdiver

 

Tag 7: Käse, Tattoos und anderer Schweinkram

Servus liebe Leser:innen.
Willkommen zum veganen Halal-Tagesbericht.

Heute Morgen hat uns der Tobi mal wieder ein sensationelles Rühreifrühstück auf unserem Höhencamp gezaubert. Danach ein kurzer Abstecher zur Käsemarie. Das is so ne alte Einsiedlerin, die mitten in den Bergen ganz allein mit ein paar klapprigen Kühen haust. Dafür hat sie aber sensationell leckeren Käse im Angebot. Weil wir noch genügend Geld in Reserve hatten, haben wir Ihr gleich zwei Kilo und noch einen Eimer voll Brombeeren abgekauft und noch ordentlich Trinkgeld gegeben. Mit dem bosnischen Geld ist das übrigens eine interessante Sache: Das heißt Mark und ist tatsächlich genau so viel Wert.

Von dort aus war Gipfelstürmen angesagt. Wir haben unsere Boliden also nochmal schnell bis auf 2000m hochgeprügelt.

Anschließend sind wir zu einem ganz versteckten und geheimen Tal in ein bosnisches Dorf namens Lukomir gefahren. Das findet normalerweise niemand und gleich dahinter geht ein finsteres Tal los, in dem die Trolle wohnen. Aber - ob ihr es glaubt oder nicht - in dem Dörfchen gab´s nicht nur astreines WLAN sondern auch ein exquisites Tattoostudio! Das Tattoostudio war eigentlich eher auf der Rückbank von ner alten Rostlaube eingerichtet und entsprach auch sonst eher nicht so den mitteleuropäischen Hygienestandards. Ich hab dann mit dem Künstler vereinbart, dass wenn er vorher die rostigen Nadeln mit Bremsenreiniger ordentlich sauber macht und reichlich Sliwowitz zum desinfizieren drüberleert, dann werden wir schon ins Geschäft kommen. Der Tätowierer hat sogar von sich aus gleich noch angeboten sich vorher die Hände zu waschen, weil er gerade aus dem Stall kam. Was gibts da also noch lang zu überlegen? Und für 20 Mark kann man eigentlich nix verkehrt machen. Also ich war von der Motivauswahl jedenfalls begeistert und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen.

Der Rest des Tages war geprägt von endlosen staubigen Schottertracks und wir haben alle unterwegs kiloweise Dreck gefressen. Die Karren sind von innen und außen mit bosnischem Straßenstaub paniert, aber wir mussten halt noch ne Menge Kilometer machen bis zu unserem nächsten Ziel: dem Rafting-Camp. Morgen bleiben die Karren also stehen und wir stürzen uns in die tosenden Fluten.

Gute Nacht, Dusty Clumsy

 

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